Rheumatische Erkrankungen im Überblick

Was ist Rheuma?

Rheuma bzw. „Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises" sind unscharfe Sammelbegriffe für verschiedene Krankheiten. Es sind damit chronisch entzündliche Krankheitsbilder gemeint, deren häufigste Ursache ein autoimmunologisches Geschehen ist. Bei diesem kommt es zu einem Angriff des körpereigenen Immunsystems auf körpereigene Zellen.
Sind davon die Gelenke betroffen, spricht man von Arthritis. Ebenso können u.a. Bindegewebe, Muskeln, Sehnen, die Leber, die Nieren, das Gehirn von Entzündung betroffen sein.
Solche Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten.
Erfreulicherweise hat es in den letzten Jahrzehnten eine enorme Weiterentwicklung bei der medikamentösen Behandlung dieser Krankheitsbilder gegeben, sodass Betroffenen viel besser geholfen werden kann.

Was ist kindliches Rheuma?

Kindliches Rheuma umfasst eine Reihe von unterschiedlichen Krankheitsbildern wie zum Beispiel die juvenile idiopathische Arthritis (häufigste Form des kindlichen Rheumas; s.u.), den systemischen Lupus erythematodes (Entzündung u.a. im Bereich der Haut, Gelenke, Nieren) , die Dermatomyositis (Entzündung im Bereich der Haut und Muskulatur), die Sklerodermie (u.a. Entzündung von Haut und Unterhaut) und unterschiedliche Vasculitiden (Gefäßentzündungen).

Wenn eine Gelenksentzündung vor dem 16.Lebenjahr auftritt, länger als 6 Wochen dauert und andere Erkrankungen ausgeschlossen wurden, spricht man von einer juvenilen idiopathischen Arthritis, JIA. Die Zuordnung zu einer der sieben Untergruppen dieser Erkrankung erfolgt in der Regel nach 6 Monaten.
Gelenksentzündungen gehen mit Schmerzen einher und können, je nach Lokalisation, zu unterschiedlichen körperlichen Beeinträchtigungen führen.

Welche Symptome gibt es?

Die juvenile idiopathische Arthritis äußert sich vor allem durch Schmerzen und durch das Anschwellen bzw. die Überwärmung eines oder mehrerer Gelenke.
Bei kleineren Kindern drückt sich der Schmerz oft durch ein vermeidendes Verhalten aus, sie sind körperlich weniger belastbar, wollen getragen werden und sind misslaunig. Sind Gelenke im Bereich der Beine betroffen, beginnt das Kind zu Hinken. Sind Fingergelenke betroffen hat das Kind Schmerzen beim Greifen.
Typischerweise treten die Schmerzen in der Früh („Morgensteife") oder nach Ruhepausen, wie z.B. dem Mittagsschlaf, vermehrt auf und bessern sich im Tagesverlauf wieder.
Unklare Fieberschübe, Augenbeteiligung (Uveitis), Ausschläge, chronische Müdigkeit, Gewichtsverlust bei mangelndem Appetit können je nach Form der Erkrankung ebenfalls vorhanden sein.

Was wird bei der rheumatologischen Diagnostik gemacht?

Die ÄrztInnen bei TEAM GESUND werden mit Ihnen und Ihrem Kind über die (beobachteten) Symptome und Beschwerden sprechen. Dabei geht es vor allem um folgende Fragen: Welche Schmerzen treten auf? Wo und zu welcher Tageszeit treten Schmerzen auf? Welche Gelenke sind betroffen? Können bestimmte Bewegungen nicht mehr schmerzfrei ausgeführt werden? Auch eine körperliche Untersuchung wird durchgeführt: Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird nach Schwellungen oder Hautveränderungen suchen und betroffene Körperstellen abtasten. Die Beweglichkeit der Gelenke wird ebenfalls überprüft. Liegt ein Verdacht auf kindliches Rheuma vor, werden die ÄrztInnen zusätzlich Labor-Untersuchungen veranlassen. Auch bildgebenden Verfahren (Gelenkultraschall, Magnetresonanztomografie, Röntgen) können bei Bedarf zur Sichtbarmachung einer Gelenksentzündung herangezogen werden.

Wie kann kindliches Rheuma therapiert werden?

Die Behandlung von kindlichem Rheuma konzentriert sich darauf, die Funktionsfähigkeit der Gelenke zu erhalten, Schmerzen zu lindern bzw. im Verlauf zu verhindern sowie ein normales Wachstum und eine normale kindliche Entwicklung im besten Fall ohne Einschränkungen zu ermöglichen.

Die medikamentöse Therapie der juvenilen idiopathischen Arthritis ist je nach Ausprägung des Befundes unterschiedlich. Es kommen entzündungshemmende Medikamente (NSAR wie zum Beispiel Naproxen) sowie Glucocorticoide und sogenannte Basistherapeutika (langwirksame Antirheumatika wie zum Beispiel Methotrexat oder Biologika) zum Einsatz.
Eine Gelenkspunktion entlastet das stark geschwollene Gelenk und es kann Cortison in dieses zur längerfristigen Entzündungshemmung injiziert werden.
Dieser Eingriff kann bei größeren Kindern in der Ordination unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
Jeder therapeutische Schritt wird ausführlich mit den Eltern und den (kleinen) Patienten besprochen.

Weiters empfehlen wir Krankengymnastik (Physiotherapie) sowie die korrigierende Behandlung eventueller Gelenksfehlstellung zum Beispiel mit Handfunktionsschienen.

Häufige Fragen zum Besuch bei der Kinderärztin / Kinderarzt

Wie vereinbare ich einen Termin?

Ein Termin kann online auf unserer Website bzw. durch telefonische Kontaktaufnahme vereinbart werden. Die Abklärung und Behandlung rheumatischer Erkrankungen  werden von Frau Dr. Constanze Schreiner durchgeführt.

Wann ist ein Besuch beim Kinderarzt/bei der Kinderärztin ratsam?

Bei Krankheitsanzeichen, (vermuteten) Entwicklungsstörungen oder sonstigen Auffälligkeiten, die Sie an Ihrem Kind wahrnehmen. Unsere KinderärztInnen sind beraten Sie darüber hinaus gerne bei allen auftretenden Fragen, etwa rund um Ernährung, dem Stillen oder Impfen.

Was muss ich zur Untersuchung meines Kindes mitbringen?

Auf jeden Fall sollten Sie Ihre e-card beim Besuch der Kinderärztin/des Kinderarztes mitnehmen, bei Babys und Kleinkindern zusätzlich auch den Mutter-Kind-Pass sowie den Impfpass. Auch das Mitbringen von Vorbefunden, falls vorhanden, ist sinnvoll. Wenn Sie mit Ihrem Kind zur Impfberatung kommen, nehmen Sie bitte auch den Impfpass des Kindes mit.

Was tun wir?

Wir führen Vorsorgeuntersuchungen (Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, Sportatteste, sonstige Vorsorgeuntersuchungen), Impfungen, sowie genaue Abklärungen akuter und chronischer Krankheiten durch. Wir leiten Therapien entsprechend den medizinischen Standards angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse unserer PatientInnen ein.

Warum zum Kinderarzt/zur Kinderärztin?

Bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, auf ihren jeweiligen Entwicklungsstand einzugehen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sondern etwas ganz Besonderes. Auch deshalb ist die Kinder- und Jugendheilkunde das Sonderfach mit den meisten anerkannten Spezialisierungen.

Wie kann ich mein Kind auf den Besuch beim Kinderarzt/der Kinderärztin vorbereiten?

Eine positive Einstellung des Kindes ist die Grundlage für einen entspannten Besuch. Versuchen Sie, Ängste erst gar nicht aufkommen zu lassen und ein positives Bild der Ärztin/des Arztes zu vermitteln. Unsere KinderärztInnen sind nicht nur fachlich Profis – sie werden auch einfühlsam auf Ihr Kind eingehen.

Gilt die ärztliche Schweigepflicht auch für KinderärztInnen?

Ja. Auch für den Kinderarzt/die Kinderärztin gilt die Verschwiegenheitspflicht. Im Ärztegesetz heißt es dazu: „Der Arzt und seine Hilfspersonen sind zur Verschwiegenheit über alle ihnen in Ausübung ihres Berufes anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse verpflichtet.

Wie hoch sind die Kosten für eine Untersuchung?

Wir haben keine Kassenverträge. Unterschiedliche gesetzliche Sozialversicherungen refundieren jedoch meist einen Teilbetrag – gerne helfen wir Ihnen diesbezüglich weiter.

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